25.09.2026
Wien, 26.09.2026 -Die Astoria Artshow, die Preview Edition einer neuen internationalen Wiener Kunstmesse, die vom 10. bis 13. September 2026 in der historischen Astoria Garage stattfand, hat alle Erwartungen übertroffen.
Der Veranstalter VAU Vienna Artgalleries United hatte mit rund 5.000 Besucher:innen gerechnet. Tatsächlich kamen rund 28.000 Kunstinteressierte, um sich die Schau mit über 400 Werken von 120 Künstler:innen aus ganz Europa anzusehen. Damit konnte die Astoria Artshow auf Anhieb mehr Besucher:innen verzeichnen als alle anderen Wiener Kunstmessen in den vergangenen Jahren.
Die vielfältigen, kuratorisch aufeinander abgestimmten Präsentationen von über 80 teilnehmenden Galerien zogen ein breitgefächertes Publikum an: Es reichte von Schüler:innen und Studierenden über Familien, junge und ältere Erwachsene bis zu Senior:innen; von fachkundigen Kunstsammler:innen über bekannte Kurator:innen und Museumsleiter:innen bis zu Kunstinteressierten aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Besonders erfreulich war laut den Veranstaltern der hohe Anteil ausländischer Besucher:innen, die auf den sechs Parkdecks mit ca. 10.500 Quadratmetern Gesamtfläche flanierten und die gezeigten Kunstwerke betrachteten.
Außergewöhnliche Location, hochkarätige Sammler:innenschaft
„Das Konzept eines einheitlichen Viertagestickets zum niedrigschwelligen Preis von lediglich Euro 15,00 ist voll aufgegangen“, betont der Vorstand des Astoria-Artshow-Betreibervereins VAU Vienna Artgalleries United, bestehend aus den Galerist:innen Karoline Hilger, Thomas Krinzinger, Antonia Lia Orsi (City Galerie), Markus Peichl (Galerie Crone), Isabell Steinek und Maximilian Thoman. „Zusammen mit der attraktiven, außergewöhnlichen Location hat dieses Konzept wesentlich dazu beigetragen, ein Publikum anzusprechen, das normalerweise keine Kunstmesse besucht. Gleichzeitig hat der hohe Qualitätsstandard der gezeigten Kunstwerke eine hochkarätige Sammler:innenschaft angelockt.“
Die gute Stimmung und die Vielzahl versierter Sammler:innen schlug sich auch in den Verkäufen der teilnehmenden Gallerien nieder. Ursprünglich in erster Linie als Statement für die Zukunft gedacht, mit dem die Galerien mehr ihre Bedeutung für den Kunststandort Wien sichtbar machen wollten, als hohe Umsätze im Blick zu haben, entpuppte sich die Astoria Artshow als unerwartet erfolgreicher Marktplatz für zeitgenössische Kunst.
Sowohl Werke etablierter Künstler:innen als auch Arbeiten junger, aufstrebender Neuentdeckungen fanden großen Zuspruch. Im höherpreisigen Segment erzielten beispielsweise die Wiener Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder mit Skulpturen von Sheila Hicks, die Galerie Ron Mandos aus Amsterdam mit einer Installation des US-amerikanischen Künstlers Anthony Goicolea oder die Elektrohalle Rhomberg aus Salzburg mit Malereien der Japanerin Haruko Maeda sehr ansehnliche Verkäufe. Im niedrigpreisigen Bereich mit Preisen unter Euro 15.000,00 fanden unter anderem bei der AG18 Galerie aus Wien elf Werke von Fuko Katsuda, bei der Galerie The Third aus Seoul alle sechs Malereien von Jungwon Phee, bei der rumänischen Jecza Galerie vier Objekte von Matei Emanuel und bei der Galerie Christian Torp aus Oslo fünf Skulpturen von Urd J. Pedersen Abnehmer:innen. Die Salzburger Galerie Mario Mauroner Contemporary Art konnte alle Holzskulpturen von Koloman Wagner verkaufen, Suppan aus Wien eine überdimensionale Skulptur mit vier Metern Länge sowie drei Wandarbeiten von Georg Haberler und die ebenfalls in Wien ansässige Shore Gallery ein zu einem Kunstwerk umgewandeltes Auto von Nik Geene.
Fulminanter Erfolg des neuen Messe-Konzepts
Astoria-Artshow-Mitinitiator und VAU-Obmann Markus Peichl: „Wir haben immer gesagt: Angesichts der unbestreitbaren Krise des internationalen Kunstmarkts müssen Kunstmessen generell neu gedacht werden. Die überraschend guten Verkäufe auf der Astoria Artshow machen uns Mut. Mit der neuartigen, dialogischen Präsentation der Werke auf offenen Flächen statt in üblichen Ständen scheinen wir beim Publikum den richtigen Nerv getroffen zu haben. Die Anordnung nach rein ästhetischen Gesichtspunkten und der Versuch, einen Bezug zwischen den verschiedenen Positionen herzustellen, hat nicht nur einen ausstellungsartigen Gesamteindruck geschaffen, sondern gleichzeitig den Fokus auf die einzelnen Objekte, Skulpturen und Bilder gelenkt. Wir werden dieses Konzept jetzt evaluieren und für 2027 weiterentwickeln.“
Aber nicht nur die Verkäufe, auch die Resonanz im Ausland war durchwegs positiv. Nachdem Wien zuletzt durch Hick Hack, Turbulenzen und Last-Minute-Absagen seiner Kunstmessen in den internationalen Medien viel Credit verspielt hatte, gab es für die Astoria Artshow nun überschwängliches Lob. Von einem „gelungenen Neustart“ sprach die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Astoria Artshow setze „langersehnte Aufwärtstrends in der gebeutelten Kunsthandelsmetropole Wien“. Die Berliner Kunstzeitschrift Monopolfragte sich in Anspielung auf die imposante, spiralförmige Auffahrtsrampe im Zentrum der Astoria Garage „Wird das hier das neue Guggenheim?“ und attestierte den teilnehmenden Galerien: „Alle boten künstlerische Qualität und überraschend gut gelaunte Kunst“. Die Welt am Sonntag feierte „Wiens Garage der guten Ideen“ und urteilte: „Aus der Astoria Artshow in einem alten Parkhaus könnte ein Modell für die Zukunft werden“. Die Süddeutsche Zeitung wiederum fragt sich nach dem Besuch der Astoria Artshow „Wird Wien das nächste große Ding?“ und lässt die interviewten Galerist:innen und Künstler:innen ausführlich schwärmen: „Hier nimmt man sich Zeit für Kunst“.
Kunststandort Wien zurück im Spiel
Markus Peichl zieht im Namen von VAU Vienna Artgalleries United Bilanz: „Die Astoria Artshow wurde von 35 Wiener Galerien initiiert und veranstaltet. Ihr entschlossenes Commitment und ihr enormer Einsatz haben diesen Startschuss zu einer neuen internationalen Wiener Kunstmesse ebenso ermöglicht, wie die spontane Teilnahme von 45 weiteren Galerien aus ganz Europa. Das war angesichts der angespannten Situation auf dem internationalen Kunstmarkt nicht selbstverständlich, aber nötig.“
Von entscheidender Bedeutung sei aber auch die finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand und privatwirtschaftlicher Unternehmen gewesen. „Wir sind dem Bund und der Stadt Wien genauso wie all unseren anderen Sponsoren und Kooperationspartnern sehr dankbar, dass sie durch Zuwendungen und Sachleistungen die Astoria Artshow möglich gemacht haben“, erklärt Markus Peichl.
„Die Förderungen und Sponsoringleistungen waren aufgrund der kurzen Anlaufzeit im internationalen Vergleich sehr gering. Kunstmessen in anderen europäischen Städten erhalten ein Vielfaches. Wenn wir mit dieser Konkurrenz mithalten wollen, wenn wir Wien und die Astoria Artshow dauerhaft im weltweiten Kunstmessekalender etablieren möchten, wird es in Zukunft höhere Zuwendungen von öffentlicher und privater Seite geben müssen – so wie es überall der Fall ist“, betont Peichl weiter. „Wir sind sehr optimistisch, dass wir bereits ab 2027 eine Finanzierung für eine große, zentrale, international konkurrenzfähige Kunstmesse hinbekommen werden. Insbesondere kunstaffine Privatunternehmen haben aufgrund des enormen Erfolgs der Preview Edition ihre Bereitschaft signalisiert, die Astoria Artshow zukünftig nachhaltig zu sponsoren und zu unterstützen. Das verdanken wir in erster Linie der Bereitschaft der Stadt Wien, kurzfristig und unbürokratisch die erste Ausgabe unserer neuen Messe zu ermöglichen – so wie man sich das in einer guten, zeitgemäßen Kulturmetropole wünscht. Dass schon in diesem Jahr trotz knappest bemessener Zeit Mittel bereitgestellt wurden, hat den Kunststandort Wien zurück ins Spiel gebracht. Durch die Astoria Garage wehte ein Hauch von Aufbruchstimmung, der über die Grenzen von Österreich hinaus wahrgenommen wurde. Er kann uns in die Jahre 2027, 2028, 2029 und weit darüber hinaus tragen, er kann Wien zu einem Hot Spot und einer Reisedestination erster Güte für Kunstinteressierte aus aller Welt machen, wenn wir weiter groß und mutig denken.“
Die nächste Astoria Artshow findet im September 2027 statt.